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Auftanken in einer turbulenten Zeit

von Celine Seemann


5 Tipps zum Durchatmen in einer turbulenten Zeit


Ich glaube, dass wir Menschen verlernt haben die Ruhe im Sturm zu finden. Natürlich ist es gut Dinge zu erledigen, liegen gebliebenes abzuarbeiten, unseren Alltag zu strukturieren und organisiert und produktiv zu sein. ABER: Unsere Aufgaben und Verpflichtungen werden niemals „null“ sein. Wenn wir nicht einmal bewusst „Stop“ sagen und auftanken, werden wir überrollt von unserer Geschäftigkeit. Ich habe einmal ein Buch von einem Pastor gelesen: Unsere Seele ist dafür geschaffen, voll mit der Gegenwart Gottes zu sein. Sie ist nicht für die rasende Geschwindigkeit dieser Welt ausgelegt, deshalb ist sie oft verwirrt und überfordert und zieht sich zurück. Wir müssen auf unsere Seele hören und ihr geben was sie braucht, um wirklich aufzutanken. Und so absurd das für uns im 21. Jahrhundert auch klingen mag: Das funktioniert nur in der RUHE.

1. Nicht arbeiten.


Mein erster Tipp für dich, wenn du mal wieder richtig auftanken willst: Nicht arbeiten! Klingt so einfach und ist ja auch logisch, oder? Aber leichter gesagt als getan. Wie oft denken wir, wenn ich das jetzt noch erledige, dann kann ich entspannen. Wenn ich die Bestellung tätige, den Einkauf erledige, diesen Anruf noch hinter mich bringe und dann noch schnell die ganzen Rechnungen bezahle, dann kann ich runterfahren. Und dann, kurz bevor du dir die freie Zeit nimmst, schreibt der Kollege: „Oh mir ist noch eingefallen.. Könntest du vielleicht noch schnell…?“ Und schwups ist die geplante freie Zeit schon wieder vorbei und der Tag ist zu Ende oder der nächste Termin steht an. Lerne Stop zu sagen und Ruhe im Sturm zu finden. Nur so wirst du auf Dauer Möglichkeiten schaffen können, um aufzutanken!


2. Deine örtlichen Naturwunder kennen lernen.


Hast du schon mal überlegt, dass deine Umgebung genau so schön sein kann, wie das weit entfernte Land, in das du schon lange reisen magst? Vielleicht sparst du schon so lange für einen Trip nach Norwegen, um die sagenhafte Natur und die Wunder Gottes dort zu bestaunen. (Das mag sein, ich träume auch davon!) Was ist, wenn du vor lauter Fernweh vergisst, dass ein wundervoller Ort, an dem du Gott durch seine Schöpfung begegnen kannst, gar nicht so fern ist? Dass du nicht die Zähne bis zur nächsten Reise zusammenbeißen musst, um endlich wieder die Schönheit der Erde zu sehen? Such doch einfach mal im Internet nach Naherholungsgebieten, nach Routen durch Wälder, Seen und über kleine Bergen (ja sowas gibt es auch mitten in Deutschland), oder einfach nach einem tollen Park. Oder frage Freunde/Bekannte, von denen du weißt, dass sie viel in der nahen Natur unterwegs sind. Lass dich darauf ein und begegne Gott dort, wo er dich gepflanzt hat.



(Meine Empfehlungen für den Nürnberger Raum: Fränkische Schweiz (Walberla, Hetzleser Berg, Happurg), Bamberg, München, Würzburg, Bayrische Seen, Brombachsee, Wanderwege um Schwabach, Igelsbachsee, …)

3. In Erinnerungen schwelgen.


Es gibt Menschen, die lieben es in vergangenen Momenten zu schwelgen. Andere verstehen gar nicht, was daran so besonders ist. Probiere es doch mal aus! Egal, ob du alte ausgedruckte Bilder, oder einfach deine Foto-Galerie auf dem Handy durchstöberst. Vielleicht gibt es noch ein paar Fotoalben. Frag doch mal deine Eltern, Geschwister, Tanten etc. Schau dir alte Postkarten, Geburtstagskarten oder alte Briefe an, falls du welche aufgehoben hast. Es gibt bestimmt auch Gegenstände, die für dich eine besondere Bedeutung haben und mit vielen Erinnerungen verbunden sind.


Oder frag dich einfach mal:

„Was ist eigentlich meine aller erste Erinnerung, seitdem ich geboren wurde?“

„Welcher Moment in meinem Leben hat mich das Meiste gelehrt?“

„Was ist meine traurigste und was meine fröhlichste Erinnerung?“

„Welche Menschen kommen am häufigsten in meinen Erinnerungen vor?“

„Was war mein schönster Moment mit Gott?“

„Welches war mein größtes Abenteuer?“

„In welchem fremden Land habe ich die meisten Menschen kennen gelernt?“

...



Ich liebe es sentimental (auf positive Art und Weise) zu werden. So oft zeigt Gott mir dadurch, wie er in meiner Vergangenheit gewirkt hat und ich erkenne seinen roten Faden in meinem Leben. Manchmal kommen auch schmerzliche Erinnerungen hoch. Dann kann ich sie im Gebet vor Gott bringen. Er kann mir helfen, sie zu verarbeiten und aus ihnen zu lernen und sogar dankbar für schmerzliche Momente zu sein. Meistens bin ich dann auch einfach erstaunt und dankbar, dass ich so viele Momente sammeln durfte, dass ich leben durfte und dass noch viel vor mir liegt. Unsere Vergangenheit ist nicht entscheidend, wie Gott uns sieht. Sie bestimmt auch nicht deine Zukunft, weil Gott dein Leben sicher in seiner Hand hält.

Aber unsere Vergangenheit kann uns Menschen helfen zu sehen, was wirklich wichtig ist: Wie klein jetzt Sorgen sind, die früher groß waren. Wie leicht jetzt Dinge sind, die früher herausfordernd waren und wie stark wir aus schmerzlichen Momenten gehen. Und vor allem sehen wir, wer immer konstant und derselbe war und ist: Gott allein.

4. Mit Gott kreativ werden - Bible Art Journaling.


Hand Lettering und Co. sind seit den letzten Jahren groß im Trend. Wenn du schon fleißig dabei bist: Mache weiter, probiere noch mehr aus und lerne die Kreativität kennen, die Gott dir gegeben hat.

Falls du dich noch nicht getraut hast und noch nie was davon gehört hast oder der Meinung bist, du seist nicht kreativ: Mach es trotzdem! Selbst wenn du dich nicht künstlerisch verausgabst, sondern einfach nur einen Bibelvers mit bunter Farbe auf ein Blatt schreibst: Es ist es wert. Wann hast du dir zuletzt so viel Zeit für einen Bibelvers oder ein Kapitel der Bibel genommen? Wann hast du den Heiligen Geist die Kreativität in dir entfachen lassen, von der du bis jetzt noch nichts wusstest?


Du kannst mit einem einzigen Stift anfangen. Doch kann ein Ausflug in den Schreibwarenladen schon beim Auftanken helfen.


Kreative Inspirationen:

https://bibleartjournaling.de

https://hintsundkunst.de

https://beautifuldawndesigns.net/25-breathtaking-bible-journaling-ideas/

5. Die eine Sache, die du schon ewig machen wolltest.


Mein letzter Tipp: Nimm dir Zeit für das, was du schon lange mal wieder tun wolltest! Keine Aufgabe, sondern etwas, was dir gut tut, wovon du immer geträumt hast, wenn dein Alltag zu voll für diese schönen Kleinigkeiten war:

  • Dein Lieblingsfilm, den du schon lange mal wieder sehen wolltest.

  • Einen Brief oder eine Postkarte an jemanden schreiben, den du lange nicht getroffen hast.

  • Diesen einen Schrank ausmisten (wenn du, wie ich, Freude daran hast. Nicht, wenn es dir zu viel Mühe macht).

  • Dein Auto mal wieder so richtig waschen und polieren, um voller Freude damit spazieren zu fahren.

  • Der lang ersehnte Beauty-Tag, an dem du dich verwöhnen lässt.

Was auch immer es ist, jetzt ist ein guter Zeitpunkt es zu tun.


Deine Zapfsäule.


Wann und wie lange du Auftankst entscheidest du selbst. Du solltest auf jeden Fall einen Tag in der Woche (Sabbat) haben, an dem du keine Aufgaben erledigst und auftankst. Aber jede/r ist anders. Dem Einen reicht dieser Tag, die Anderen brauchen unter der Woche nochmal ein paar Stunden Ruhe, wiederum Andere müssen jeden Tag eine Auszeit nehmen.


Höre auf deinen Körper, deinen Geist und deine Seele! Wenn du sensibler bist, viel wahrnimmst, deine Sinne immer sehr aktiv sind, du mit vielen verschiedenen Menschen und Orten in Kontakt bist, kann es gut sein, dass du viele Auszeiten brauchst. Das ist völlig in Ordnung und senkt nicht deine Belastbarkeit. Im Gegenteil! Vergleiche dich nicht mit Menschen, die „immer“ produktiv sind. Du weißt nicht, ob das ihnen so einfach fällt, wie es aussieht, oder ob sie vielleicht genau dadurch „auftanken“.

Du musst dein eigenes bestes Benzin finden. Gott ist die Zapfsäule.

Welche Art von Benzin dir nach dem Auftanken den meisten Antrieb verleiht, kannst du gemeinsam mit ihm herausfinden.



Du hast Fragen zum Thema "Auftanken" oder möchtest mehr über Gott als Zapfsäule erfahren?

Wir bringen jede Woche neue Inhalte und haben zusätzlich zu unseren Online Gottesdiensten (sonntags um 9.30, 11.30 und 16.30 Uhr auf https://chapelfuerth.online.church) weitere Specials für dich vorbereitet. Nähere Infos bekommst du über unseren Newsletter und Instagram.

Melde dich gerne, wenn wir für dich da sein dürfen.