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Frucht des Geistes: Friede

von Daniela Herbst


Diese Themen-Reihe beschäftigt sich mit der „Frucht des Geistes“.

Diese Frucht ist das Ergebnis eines Lebens mit dem Heiligen Geist im Vergleich zu einem Leben aus dem „Fleisch“, also aus weltlicher Prägung, heraus. Wir finden die Aufzählung der Eigenschaften dieser Frucht im Paulus-Brief an die Galater:

„Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit.“ Galater 5,22-23




Der Friede und die Liebe Gottes sind die höchsten Güter in meinem Leben. Wenn diese beiden in meinem Herz vorhanden sind, dann kann mich nichts mehr erschüttern. Und wenn mich etwas im Leben erschüttern will, dann ist das Erste, worum ich Jesus bitte, dass er mir seine Liebe und seinen Frieden in mein Herz gibt.


Als Mutter eines Sohnes war es lange meine Aufgabe, Frieden und Liebe in das Leben meines Sohnes hineinzugeben, indem ich seine Emotionen gelenkt habe durch Ermutigung, Auferbauung, Trost, Zuwendung, Erklärungen, Hingabe, wenn diese durch irgendwelche Ereignisse in seinem Leben erschüttert waren. Selbst heute mache ich das noch und er ist fast 17 Jahre alt. Aber meistens will er es nicht mehr. Er will sein Leben selbst in die Hand nehmen. Und das ist gut so. Momentan ist von Frieden in seinem Herzen oft wenig zu spüren, weil er sich im Umbau zu einem selbstverantwortlich handelnden Menschen befindet. Das ist die berühmte Phase der Pubertät. Da geht es rund. Jetzt darf ich ihn loslassen und hoffen, dass er den Frieden, den ich ihm jahrelang geschenkt habe, verinnerlichen konnte und selbst danach trachtet. Das kann ich nicht für ihn tun. Ich durfte den Grund legen und dafür bin ich sehr dankbar.


Das ist die Aufgabe von Eltern: Immer wieder die Liebe und den Frieden im Herzen des Kindes herzustellen, die es braucht, um glücklich und ausgeglichen zu sein. Das ist so wichtig.

So macht das Kind die Erfahrung, dass alles gut ist, auch wenn außen herum vielleicht nicht alles gut ist. Der Bagger ist geklaut, der Freund hat gehauen, das Knie blutet, aber die Mama ist da und tröstet. Dann ist wieder alles gut.


Und genau diese Rolle möchte der himmlische Papa in unserem erwachsenen Leben einnehmen.

Wann immer es Dinge gibt, die wir nicht ertragen können, leiden können und vor allem nicht vermeiden können, brauchen wir seine Liebe und seinen Frieden, um durch diese Situationen zu gehen.


Wenn ein Kind wieder und wieder erlebt, dass es in Frieden in einen guten Gemütszustand zurückgebracht wird, dann prägt sich dieser Zustand in seiner tiefsten Identität ein und es entwickelt eine gesunde Persönlichkeit.

Und so ist es fähig in seinem späteren und auch erwachsenen Leben sich selbst zu regulieren und sich immer wieder in einen guten Zustand zurückzubringen, wenn die Emotionen aus irgendeinem Grund außer Kontrolle geraten sind. Und das passiert und das darf passieren. Wir leben in einer komplizierten Welt, in der wir negativen Umständen und auch negativen Menschen ausgesetzt sind. Auch sind wir nicht ausgenommen, selbst negativ zu denken, zu handeln und zu fühlen. Aber wir müssen dadurch nicht negativ werden. Wir können schimpfen, klagen, weinen und trauern, aber dann geht es wieder zurück in Frieden und Liebe.

Und dies empfangen wir immer in Beziehung, optimalerweise als Kinder von unseren Eltern und als Erwachsene, als Kinder Gottes von unserem himmlischen Papa.

Wenn wir dies als Kind nicht erlebt haben, dann kennen wir auf alle Fälle die Sehnsucht danach, zu jemandem hinzurennen und sich in die Arme zu werfen, wenn alles zu viel wird, wenn etwas Schlimmes passiert ist, wenn wir unglücklich sind. Es gibt so viele Situationen, in denen wir uns das wünschen.

Ein Mensch, der diese Erfahrung nie gemacht hat, kann in seinem Leben sehr bitter und traurig werden. Allein aus dem Grund, weil nie jemand für ihn da war, der für Frieden und Liebe in seinem Herzen gesorgt hat. Das Erlebte war nicht das Schlimmste, sondern niemanden in der Nähe zu haben, der einen tröstet.

Das schmerzt das Vaterherz Gottes genauso wie es eine Mutter schmerzt, deren Kind in Not ist. Was macht sie? Sie wird ihrem Kind beistehen Tag und Nacht. Und genau dies möchte der himmlische Papa für jedes seiner Kinder tun. Rund um die Uhr für uns da sein, egal wie alt wir sind.

Heutzutage ist es z.B. möglich, dass Mütter von kleinen kranken Kindern in der Klinik mit übernachten. Der Schaden in der Seele ist nicht, dass Dinge und Krankheiten passieren. Der Schaden in der Seele ist die Verlassenheit und Einsamkeit, wenn keine Bezugsperson da ist, an die das Kind sich wenden kann und in dessen Arm es liegen und einschlafen kann.


Es sind nicht die Umstände, die uns glücklich machen, sondern der Umstand, ob wir in gebundenen gesunden Beziehungen leben oder nicht.

Der größte Schmerz wird weniger, wenn er geteilt und auch einmal abgeladen werden kann, nicht nur, wenn es um Krankheit oder schwere Umstände geht.

Wenn ich z. B. das schönste, teuerste und schnellste Auto auf der Welt habe und ich kann meine Freude darüber nicht mit jemandem teilen, mit dem ich verbunden bin, wird es keine Freude machen. Zumindest nicht tief im Herzen, wo die Stillung unserer tiefsten Bedürfnisse und Sehnsüchte stattfindet.

Vielleicht macht sich dann eher der Wunsch nach einem noch größeren breit, weil der Friede fehlt, ganz tief innen.

In einem humanistischen Weltbild gilt der Mensch anthropologisch gesehen als ein Mängelwesen, sowohl in der philosophischen als auch pädagogischen Anthropologie.


Der Begriff Mängelwesen ist ein von Arnold Gehlen geprägter Begriff, der den Menschen anderen Spezies gegenüber als physisch und morphologisch unterlegen darstellt.

In der Pädagogik gilt der Mensch allgemein als ein Mängelwesen, das der Erziehung bedarf, um zur vollmenschlichen Reife gelangen zu können.

Und weil der Mensch an sich, sich selbst als ein denkendes, sich selbst begreifendes Wesen erlebt, leidet er, weil er sich als ein solches Mängelwesen erlebt und sich auch so betrachtet.

Zu leiden, zu jammern, sich zu beklagen, ist heutzutage fast schon normal, also normalpathologisch.

Man tut es einfach und es ist akzeptiert und toleriert in der Welt. Bis man etwas anderes kennenlernt.

Der Mensch an sich ohne Gott leidet, weil ihm immer irgendetwas fehlt.



In einem christlichen Weltbild erfahren wir Gott als einen Vater, der unsere Bedürfnisse und Sehnsüchte kennt und sie stillt. Und genau in diesem Empfangen dessen was wir brauchen, schenkt uns Gott seinen Frieden.


Im Psalm 23 Vers 1 wird Gott als Hirte beschrieben, der für uns sorgt, so dass es uns an nichts mangelt.


Und in Psalm, 4:

"Selbst im finsteren Tal brauchen wir kein Unglück zu fürchten. Denn er ist bei uns und sein Stecken und Stab trösten uns. Sogar im Angesicht unserer Feinde bereitet er uns einen Tisch. Und wir werden im Hause des Herrn bleiben immerdar."

Augustinus formuliert es so treffend, „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir, oh Gott“ .


Und diesen Frieden im Herzen möchte Gott wiederherstellen oder überhaupt erst neu installieren, wenn er noch nie erlebt wurde.

Es gibt immer ein erstes wunderbares Mal und dann möchte man es nie mehr missen, genauso ist es mit Frieden.

Ich möchte ihn in meinem Leben nie mehr missen.

Ich bin von einer kriegstraumatisierten Mutter erzogen worden und habe 22 Jahre keinen Frieden in meinem Herzen erlebt. Eher Abstürze in Abgründe von Traurigkeit, Verlassenheit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, weil ich das mit meiner Muttermilch sozusagen aufgesogen habe. Psychologisch ausgedrückt spricht man hier von epigenetischen, transgenerationalen destruktiven Verhaltens- und Gefühlszuständen.

Meine Mutter hat ihr Bestes gegeben, aber Frieden im Herzen hatte sie nie. Friede hat mir immer gefehlt.

Aber Gott ist nicht gebunden an Raum und Zeit und er schenkt nicht nur in der Gegenwart seinen Frieden. Er schenkt allen verletzten Teilen unseres Herzens Heilung und seinen Frieden, so dass das ganze Herz im Hier und Jetzt seinen Frieden erleben darf.

Ich gehe seit genau 31 Jahren mit Jesus und dem himmlischen Papa durch mein Leben und in meinen schwersten Zeiten habe ich den Frieden Gottes erlebt und war nie ohne Frieden und seine Liebe. Was für ein treuer Gott.



In Psalm 73, 26 heißt es: "Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil."


Und egal, was Du in Deinem Leben erlebt hast, Gott ist größer und will Dir seinen Frieden schenken, rückwirkend, in der Gegenwart und in Deine wunderbare Zukunft hinein.

NAME: Daniela Herbst FAMILIENSTATUS: verheiratet mit Reinhard Herbst, 4 Kinder in Patchwork BERUF: Erzieherin, Vollstudium der Christlichen Psychologie bei Ignis, Heilpraktikerin für Psychotherapie HPG in eigener Praxis CHAPEL: Gebetsteam, Fürsorgeteam, Kleingruppenleiterin, Kleingruppencoach

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