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Frucht des Geistes: Güte

von Pia Hartmann


Diese Themen-Reihe beschäftigt sich mit der „Frucht des Geistes“.

Diese Frucht ist das Ergebnis eines Lebens mit dem Heiligen Geist im Vergleich zu einem Leben aus dem „Fleisch“, also aus weltlicher Prägung, heraus. Wir finden die Aufzählung der Eigenschaften dieser Frucht im Paulus-Brief an die Galater:

„Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit.“ Galater 5,22-23





Hi, hat jemand Lust Veränderung in diese Welt zu bringen?


Ich habe mir sagen lassen, dass Güte da wohl ein ganz erfolgreicher Schlüssel ist. Sie hat schon einmal den Lauf der Geschichte dramatisch zum Guten verändert.


Wir betrachten nun schon seit einigen Wochen Galater 5:22. Güte ist Teil der neun Aspekte der Frucht des Geistes – für uns ein Spiegel, inwieweit wir uns bereits in unserem Leben vom Heiligen Geist leiten lassen.


Mein Wunsch ist es, dass, wenn Menschen mir begegnen, sie gleichzeitig eine Begegnung mit der Güte Gottes haben. Ein hoher Anspruch? Ja und Nein.


Zunächst einmal hilft es uns, anzuschauen, was der Verfasser des Briefes mit diesem Wort gemeint hat:


Der Galaterbrief wurde in Griechisch verfasst und das Wort „chrestotes“ beschreibt eine echte aktive Anteilnahme an dem anderen Menschen. Es ist eine Form der Gnade, die die ganze Natur der Person durchdringt und alles weich macht, was eigentlich hart und streng ist. Güte wird auch mit Großzügigkeit und Barmherzigkeit gleichgesetzt.


Gott wird oft als gütig beschrieben. Er sagt sogar über sich selbst, dass er gnädig und gütig ist. Wenn wir also lernen wollen, was Güte bedeutet, ist es sinnvoll den anzuschauen, der Güte in Person ist. Eine sehr gute Art und Weise Gott anzuschauen, ist der Blick in sein Wort. Diese Charaktereigenschaft Gottes zieht sich von den ersten Büchern Mose bis ins Neue Testament. Gott war gütig, ist gütig und wird gütig sein. In welchen Situationen spricht die Bibel konkret von der Güte Gottes? Was tut Gott, dass es als gütig beschrieben wird? Es lohnt sich diese Reise mal zu machen: eine Konkordanz schnappen (hier werden alle Bibelstellen zu Güte aufgelistet) und los geht’s.


Eine Geschichte, die uns den Begriff Güte näher bringt, erzählt Jona. Er ärgert sich in Jona 4,2 an der Güte Gottes, denn Gott tut das Elend leid, welches in Niniveh herrscht und er rettet die Stadt, obwohl sie es nicht verdient hat. Deswegen schickte er den Einwohnern die Möglichkeit umzukehren, durch die Nachricht von Jona. Dass Gott gütig handelt, hat nichts mit den Werken der Einwohnern zu tun, sondern mit ihrer Einstellungsänderung – sie zeigen Reue. Doch Gottes Güte setzt schon ein, bevor Jona sich auf den Weg macht. Er entscheidet sich, dieser Stadt einen Ausweg zu zeigen. Jona weigert sich zunächst mitzukommen, weil sein Herz hart ist. Er will nicht, dass dieser Stadt unverdiente Rettung geschieht. Ihm widerstrebt diese Güte.



Kennen wir das nicht auch manchmal? Wir sehen Ungerechtigkeit oder wir werden unfair behandelt und würden diesen Menschen aus unserem Empfinden heraus keine zweite Chance geben. Gott ist da anders. Sein Herz ist weit. Gott liebt die Einwohner von Niniveh, deshalb handelt er gütig. Aber auf diese Güte musste eine Reaktion folgen. Die Bewohner haben eine Botschaft gehört und die freie Wahl zu glauben oder nicht, zu handeln oder nicht. Gott ist perfekt. Er ist 100% Gerechtigkeit und 100% Güte und das ist bei ihm kein Widerspruch.


Das Buch Jona zeigt viele Parallelen zum Evangelium auf. John Piper hat es mal sehr treffend formuliert: „Die wichtigste tägliche Gewohnheit, die wir haben können, ist, uns an das Evangelium zu erinnern.“


Es war Gottes Güte, die uns zur Umkehr geführt hat (Röm. 2,4) und seine Gnade, die uns gerettet hat. Wir haben keine zweite Chance verdient, doch Gott hat uns nicht nur vergeben, sondern uns darüber hinaus ein neues Leben geschenkt. Und was für ein Leben! Wir sind alle gemeinsam unterwegs die Schätze seiner Güte zu entdecken. Für uns und für andere. Jetzt und wir werden eine ganze Ewigkeit dafür brauchen. (Eph. 2,7)


Und nun mal Butter bei die Fische. Wie leben wir denn Güte in unseren Alltag?


„Was ein Mensch an Güte in die Welt hinausgibt, arbeitet an den Herzen und an dem Denken der Menschen.“ (Albert Schweitzer)


Interessanterweise heißt es ja nicht Werke des Geistes, sondern Früchte des Geistes. Die Frucht des Geistes wächst in uns heran. Es sind keine bloßen Taten, sondern der Geist Gottes verändert uns immer mehr und mehr in sein Bild. (Joh. 15,5)


Wenn ein Mensch eine Begegnung mit der Güte Gottes hat, dann bleibt das nicht spurenlos. Das wird sichtbar. Gott hat uns in Nachfolge und Beziehung erwählt. Wenn du an deine erste Begegnung mit Gott zurück denkst, dann weißt du vielleicht noch genau wie du reagiert hast. Gott möchte uns täglich begegnen, darauf dürfen wir täglich reagieren. Für alle Serienfreunde, kann ich an dieser Stelle die Serie „The Chosen“ empfehlen, die auf Youtube kostenfrei anzuschauen ist. In dieser Serie geht es um die Jünger Jesu und es ist unterhaltsam, inspirierend und wunderschön zu sehen, was mit einem Leben passiert, wenn es in Berührung mit der Güte Gottes kommt. Ansonsten können wir uns in der Familie Gottes natürlich jederzeit gegenseitig die ermutigenden und ansteckenden Geschichten erzählen, die wir bereits mit seiner Güte erlebt haben. Jedes Mal, wenn ich von meinen Begegnungen mit der Güte Gottes erzähle, wird mein Herz weit und ich werde selber erinnert, wie viel Veränderung Großzügigkeit bringt. Wenn ich Veränderung bringen möchte, darf ich mit Großzügigkeit und Mitgefühl beginnen. Das hat gute Erfolgschancen.


Einige Aspekte aus meiner kleinen Bible Study habe ich hier noch einmal zusammengefasst:


Güte zeigt sich darin,

· nicht zu verurteilen, sondern aus dem Wissen zu handeln, dass es Gottes Güte bedarf, überhaupt gut zu sein. (Röm. 7,18)

· in Beziehungen aktiv Anteil zu nehmen, statt uns schnell unser eigenes Bild zu machen – einmal mehr Fragen und dem anderen die Chance zu geben, ehrlich sein zu können.

· freigiebig zu sein, ohne die Bedingung zu stellen, dass das Gegenüber eine aus unserer Sicht richtige Entscheidung damit trifft.

· jemanden in seiner Andersartigkeit sein zu lassen und ihm Gutes zu tun. Beispielsweise ein Geschenk zu verschenken, was wir uns vielleicht nie selber kaufen würden, aber von dem wir wissen: genau das tut dem Anderen gut.

· gesunde Grenzen zu bewahren. Wir können vergeben, eine zweite Chance geben und trotzdem unsere eigenen Grenzen halten.

· eine Herzenseinstellung zu entwickeln, die damit beginnt, die Güte Gottes an sich wirken zu lassen. Gott liebt uns bedingungslos, er gibt uns heute Morgen eine neue Chance. Aufgrund seiner Güte sind wir neu gemacht. Sein Geist lebt in uns und somit sind wir fähig, gütig zu sein.

· frei von Selbstverurteilung zu sein. Vielleicht kennst du das, oft sind wir am strengsten mit uns selber. Doch wieso sollten wir Unnachgiebigkeit und Strenge (Gegenteil von Güte) uns gegenüber beibehalten, wenn Gott das nicht tut? Wenn wir uns vom Heiligen Geist leiten lassen, führt das dazu, dass wir gütig mit uns sind.


Die Frucht des Geistes wächst, je mehr Zeit wir mit der Güte in Person verbringen. Denn Achtung, das färbt ab.


Liedempfehlung: Isla Vista Worship – "Through Every Season"


Meditationsempfehlung: Psalm 23,6

NAME: Pia Hartmann

BERUF: Studentin

CHAPEL: Gebetsteam, dann im Ausland unterwegs und jetzt wieder im Lande.

Du hast Fragen zum Thema "Güte" oder möchtest mehr über die Chapel erfahren? Wir bringen jede Woche neue Inhalte und haben zusätzlich zu unseren Live & Online Gottesdiensten (sonntags um 9.30, 11.30 und 19.30 Uhr auf https://www.chapel-fuerth.de/ weitere Specials für dich vorbereitet. Nähere Infos bekommst du über unseren Newsletter und Instagram.


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