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Frucht des Geistes: Sanftmut

von Linda Gröhn


Diese Themen-Reihe beschäftigt sich mit der „Frucht des Geistes“.

Diese Frucht ist das Ergebnis eines Lebens mit dem Heiligen Geist im Vergleich zu einem Leben aus dem „Fleisch“, also aus weltlicher Prägung, heraus. Wir finden die Aufzählung der Eigenschaften dieser Frucht im Paulus-Brief an die Galater:

„Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit.“ Galater 5,22-23




Sanftmut – die unterschätzte Frucht?


In meinem Schlafzimmer hängen an einem Letterboard alle 9 Früchte des Heiligen Geistes. Sanftmut ist eine davon, welche ich oft überlesen bzw. gar nicht bewusst wahrgenommen habe. Klar will ich voller Liebe, Freude, Frieden, Güte etc. strotzen – so wahr mir Gott dabei helfe – aber sanftmütig sein?!


Der Begriff Sanftmut besteht aus den Worten „sanft“ = „angenehm, mild“ und „Mut“ = „Gemüt, Temperament“. Also ein angenehmes, mildes Gemüt haben. Je nach Persönlichkeitstyp, aber auch gesellschaftsabhängig würden diese Charaktereigenschaft nicht unter den Top 10 der (aber auch meiner) „Stärken“ aufgezählt werden.


Viel zu viele Menschen missverstehen die Sanftmut. Sie meinen, dass Sanftmut das Resultat von Schwäche, Ängstlichkeit und Passivität ist. Heutzutage wird es nicht mehr mit Stärke in Verbindung gebracht. Unsere Gesellschaft ist geprägt vom Leistungsdruck, ungeduldigen Handeln, überhöhter Zielstrebigkeit und Erwartungen Anderer. Dadurch entsteht Unzufriedenheit, die sich durch Gereiztheit oder gar Aggressivität ausdrückt. Hier müssen wir gar nicht auf die großen Politiker oder Manager schauen, sondern finden diese Eigenschaften auch in uns.


Aber die gute Nachricht ist, dass alle Früchte des Heiligen Geistes nicht durch unsere eigene Kraft entstehen, sondern durch das Wirken des Heiligen Geistes. Wenn wir dem Heiligen Geist erlauben unser Leben zu leiten und zu beeinflussen, dann werden sich diese Eigenschaften entwickeln. Als Ergebnis werden wir einen Charakter bekommen, der Jesu Charakter ähnlich ist.


Wie das Wirken Gottes einen Menschen verändern kann, sehen wir anhand von Mose in der Bibel.


Aufgrund seines Zorn und vorschnellen Durchgreifens (vgl. 2.Mose 2,12) flüchtete er in die Wüste. In diesen 40 Jahren Wüstenleben und Schafehüten lernte Mose Geduld, Demut, Sanftmut. Härte war angebracht gegenüber der eigenen Ungeduld, dem eigenen Tatendrang, der Sehnsucht nach dem angenehmen Leben am ägyptischen Hof. Mose musste lernen, zurückzustecken und Gott die Führung zu überlassen. Am Ende der 40 Jahre beruft Gott Mose als Führer, um die Israeliten aus der Hand der Ägypter zu befreien. Gott macht Menschen zu Führern, die er gelehrt hat sich zu zügeln, sich führen zu lassen, sich dem Willen Gottes unterzuordnen. Da Gott ihn selbst zum Führer gemacht hat, musste er auch keine Angst um seinen Führungsanspruch haben, als er von seinen Geschwistern angegriffen wurde. So regelte auch nicht Mose selbst die Führungsfrage, sondern Gott, indem er Mose bestätigte und seine Geschwister zurechtwies.

Das ist wahre Sanftmut: Wenn man seine Rechte und Ansprüche nicht mit Zorn und Gewalt verteidigen muss, sondern die Verteidigung und Vergeltung in Gottes Hand lässt, dem man ja auch alle Rechte und Ansprüche verdankt.


„Der Mann Mose aber war sehr sanftmütig, mehr als alle Menschen, die auf dem Erdboden waren.“ 4. Mose 12:3

Da die Früchte des Heiligen Geistes uns Jesus Charakter ähnlicher werden lassen, ist Jesus die Person, die Sanftmut in Vollendung widerspiegelt.


„Meinen Rücken habe ich hingehalten, als man mich schlug; ich habe mich nicht gewehrt, als sie mir den Bart ausrissen. Ich hielt ihren Beschimpfungen stand und verdeckte mein Gesicht nicht, als sie mich anspuckten. Und doch konnten sie mir meine Würde nicht nehmen, denn Gott, der HERR, verteidigt mich. Darum habe ich auch die Kraft, ihnen die Stirn zu bieten. Ich weiß, ich werde nicht in Schimpf und Schande enden. Der Richter, der mich freisprechen wird, ist schon unterwegs. Wer will mir da noch den Prozess machen? Lasst uns nur vor Gericht gehen! Wer will mich anklagen? Soll er doch herkommen! Ja, Gott, der HERR, verteidigt mich! Wer kann mich da noch schuldig sprechen? Alle meine Ankläger werden umkommen, sie vergehen wie ein Kleid, das die Motten zerfressen.“ Jesaja 50: 6-9


  • Was am Kreuz mit Gott oder in unseren Beziehungen wie eine bittere Niederlage aussieht...

  • Was für uns das „Nachgeben“, das „als erstes aufeinander zugehen“, das „vergeben“, das „Liebe schenken trotz…“, das „nicht komme was wolle, auf sein Recht beharren“, das „nicht verbal zurückschießen“, das „dem anderen höher schätzen als sich selbst“ ist...

  • Was für uns wie eine Niederlage aussieht und sich so anfühlt..

... ist in Wahrheit und am Ende ein herrlicher, triumphaler Sieg und Neubeginn.





Dank Jesu Sanftmut und Demut und dank seines Gehorsams, wurde der Plan Gottes zur Erlösung der Menschen erfüllt. Wenn sich jemand selbst aufgibt für Gott, so ist er nicht verlassen. Gott wird zu seiner Seite stehen, ihn verteidigen, ihn rechtfertigen, ihn segnen. Wer sich vor Gott demütigt, den wird er zu seiner Zeit „erhöhen“.


„Weder Eigennutz noch Streben nach Ehre sollen euer Handeln bestimmen. Im Gegenteil: Seid bescheiden und achtet den anderen mehr als euch selbst. Denkt nicht an euren eigenen Vorteil. Jeder von euch soll das Wohl des anderen im Auge haben. Nehmt euch Jesus Christus zum Vorbild: Obwohl er in jeder Hinsicht Gott gleich war, hielt er nicht selbstsüchtig daran fest, wie Gott zu sein. Nein, er verzichtete darauf und wurde einem Sklaven gleich: Er wurde wie jeder andere Mensch geboren und war in allem ein Mensch wie wir. Er erniedrigte sich selbst noch tiefer und war Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott erhöht und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen steht.“


An den Beispielen von Mose und Jesus sehen wir, dass ein sanftmütiger Mensch kein Weichling ist, sondern dass er auch entschieden auftreten kann. Sanftmut ist eine Stärke, die mit einem festen Charakter verbunden ist.


Wie schon erwähnt ist die gute Nachricht, dass der Heilige Geist unser Herz verändert. Es besteht Hoffnung für mich und für dich. Lasst uns Gott suchen und Zeit mit ihm verbringen, ihn lobpreisen und ehren. Und dann ganz plötzlich - von einem auf den anderen Tag - sehe ich die Früchte sprießen und sie wachsen und wachsen.


Im diesem Sinne segne ich dich mit der Frucht der Sanftmut, die der Heilige Geist in dir hervorruft.


„Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.“ Matthäus 5,5



NAME: Linda Gröhn

FAMILIENSTATUS: verheiratet mit Lennart Gröhn

BERUF: Business Development Manager

CHAPEL: seit 2016 am Start, Leiterin im Kleingruppen-Referat

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