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Vollständig im Urlaub

von Gabriel Skibitzki

Jeder kennt das Gefühl. Du fliegst in den Urlaub und die Wochen, Tage und Stunden vor dem Abflug waren extrem hektisch. Du bekommst dieses Gefühl nicht los, dass du irgendetwas total Wichtiges vergessen hast. Ich kenne das auch! Wir fahren dieses Jahr das erste Mal mit dem Auto in unseren Familienurlaub. Außerdem ist es unser erster Urlaub zu viert. Für diejenigen, die sich (noch) nicht vorstellen können, an was man da alles denken muss, reicht die Info, dass wir bereits Wochen vorher alle möglichen Listen führen, um sicher zu gehen, dass wir vollständig und entspannt in den Urlaub fahren können.


Mit diesem Artikel möchte ich dir helfen in diesem Sommer 2020 wirklich „vollständig“ im Urlaub zu sein. Ganz egal, ob du fliegst, fährst oder dieses Jahr daheim bleibst und ein paar freie Tage im wunderschönen Franken genießt. Mein Wunsch für dich ist, dass du einen herrlichen Sommer erlebst. Wer jetzt mit einer „An was ich alles denken muss“-Liste rechnet, den muss ich gleich enttäuschen. Du kannst dich dafür gerne bei meiner Frau melden.



Nur weil in deinem Kalender „Urlaub“ steht und dein Körper vielleicht an einem anderen Ort ist, heißt das noch lange nicht, dass du auch wirklich zur Ruhe kommst und du neue Kraft tankst.

Um wirklich „vollständig“ in den Urlaub zu gehen, ist der erste Schritt zu verstehen, dass deine ganze Person mitkommt. Mag sich komisch und logisch anhören - ist aber so. Deine Seele, dein Geist und dein Körper sind eine Einheit, die von Gott geschaffen wurde. So oft sind wir zwar mit dem Körper im Urlaub, aber unsere Seele hängt noch im Alltag. Das ist einer der Gründe, warum wir oft mehrere Tage brauchen, um im Urlaub richtig „herunter- und anzukommen“. Auch wenn die Bibel ein ganzheitliches Menschenbild vermittelt, hilft uns das Konzept „Geist, Seele und Leib“ ein wenig besser zu verstehen, was eigentlich in uns vor geht und auf welche Dinge wir achten sollten. Hierfür gebe ich dir ein paar Gedankenanstöße.

DEIN KÖRPER

Wir fangen mit dem Körper an. Dein Köper ist nach 1. Korinther 6,19-20 „ein Tempel des heiligen Geistes“. Deshalb dürfen und sollten wir uns als Christen meines Erachtens gut um unseren Körper kümmern. Oft fordern wir unseren Körper im Alltag über längere Zeit ganz schön heraus. Im Urlaub merken wir dann erst, wie müde und erschöpft wir eigentlich sind. Dies ist einer der Gründe, warum viele Menschen am Anfang ihres Urlaubs erstmal krank werden.



Ein Urlaub ist eine super Gelegenheit, um Bedürfnisse deines Körpers zu entdecken und ihnen zu begegnen. Im Idealfall lernen wir aus diesen positiven Erfahrungen und integrieren sie in unseren Alltag. Dein Körper braucht genügend Schlaf, gesunde Nahrungsmittel und Bewegung, um wirklich zu entspannen. Du musst keinen Aktiv-Urlaub machen. Es reichen schon 15-30 Minuten leichtes Jogging, bevor du dich an den Strand legst oder ein paar Bahnen im Pool ziehst. Hast du im Alltag manchmal Rückenschmerzen oder andere Beschwerden? Im Urlaub kannst du dir Zeit nehmen, um die vermeintlichen Übungen zu machen, die du daheim so oft "vergisst", oder mal eine Massage zu genießen.

Apropos "Massage": Für alle Ehepaare sollte körperliche Zärtlichkeit im Urlaub auf keinen Fall zu kurz kommen.


DEINE SEELE


Wie unser Körper, so hat auch unsere Seele Bedürfnisse. In der Hektik und dem Lärm des Alltags überhören oder missachten wir diese Bedürfnisse ziemlich oft. Wir schlucken Gefühle herunter, weil die Arbeit ruft oder reflektieren über die schwierige Situation in der Familie nicht, weil wir so beschäftigt sind. Im Urlaub hast du die Chance deiner Seele zuzuhören. Stelle dir deshalb die richtigen Fragen: Wie geht es mir innerlich? Was belastet mich? Worüber sollte ich unbedingt mit meinem Partner reden?


Ich weiß von mir, dass es oft Überwindung kostet, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen. Aber gute Antworten und Gespräch über diese Fragen sind wie ein 3-Gänge-Menü für deine Seele. Sie geben dir und deinen Beziehungen neue Kraft. Nutze die Zeit im Urlaub für ehrliche Gespräche und fliehe nicht vor diesen Momenten indem du dich von morgens bis abends beschäftigst (oder schläfst).



DEIN GEIST

Letztlich muss uns bewusst sein, dass wir als Christen nicht vom Brot alleine leben, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes kommt. Unser Geist drückt seine Bedürfnisse ziemlich „reif“ aus. Er drängt sich im Gegensatz zu unserem Körper nicht auf, er meckert nicht herum und er heult auch nicht gleich, wenn mal etwas nicht passt. Das ist klar, denn der Heilige Geist, der in uns lebt, verhält sich wie ein Gentleman, der sich nicht aufdrängt.

Weil wir uns so oft um unseren Körper und um unsere seelischen Bedürfnisse drehen, vergessen wir im Alltag immer wieder, dass der Bibelvers aus Matthäus 4,4 die eigentlich größte Realität unseres Lebens ist. Deshalb leidet unser Geist oft an Unterernährung.


„Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“ (Matthäus 4,4)



Um wirklich vollständig, als ganze Person den Urlaub genießen zu können, darfst du deinen Geist auf keinen Fall daheim liegen lassen. Nutze die Zeit im Urlaub, um mit Gott Zeit zu verbringen, um mit ihm zu sprechen, indem du z.B. Gebetsspaziergänge machst. Lese die Bibel und ein anderes christliches Buch, welches womöglich verstaubt auf deinem Nachttisch liegt. Heutzutage hast du außerdem über YouTube und Google tollen Zugang zu so vielen guten Predigten und Vorträgen und kannst inzwischen sogar an den Gottesdiensten der Chapel teilnehmen. Nutze diese Gelegenheiten und erlebe die Dimension eines „vollständigen Urlaubs“ ganz neu.

DIE RICHTIGE PERSPEKTIVE


Zu guter letzt sollten wir nicht unsere ganze Hoffnung auf den Urlaub setzen. Klar, Urlaub ist eine schöne Zeit, die uns dabei helfen kann zu entspannen, das Leben zu genießen und uns neu auszurichten. Aber das Versprechen von Jesus, dass er gekommen ist, um uns Leben in Fülle zu geben, gilt sicher nicht nur für die Sommerferien.

„Der Dieb kommt nur, um die Schafe zu stehlen und zu schlachten und um Verderben zu bringen. Ich aber bin gekommen, um ihnen Leben zu bringen – Leben in ganzer Fülle.“ (Johannes 10,10)







NAME: Gabriel Skibitzki

FAMILIENSTATUS: verheiratet mit Anni Skibitzki

BERUF: Papa von Lion und Ella sowie Pastor

CHAPEL: Gemeindeleitung und Pastor

Du hast Fragen zum Thema "Körper - Seele - Geist" oder möchtest mehr über die Chapel erfahren?


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